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Hermann Horrer, meine Meinung: Wie sauber ist die Herrenberger Luft?

Saubere Luft ist aktuell förmlich in aller Munde. Angeheizt durch den Stickstoffalarm in Stuttgart, die Einrichtung von Umweltzonen, drohende Fahrverbote, dem VW Diesel-Skandal und einem medialen Dauerfeuer. Auch in Herrenberg erleben wir mit IMEP, dem „Green Plan“ und der Berufung zur Modellstadt viele Aktivitäten. Notwendige Aktivitäten oder Aktionismus? Emotional geführte Diskussionen, gewürzt mit Halbwissen und einer ordentlichen Prise Ideologie machen es schwierig die richtige Antwort auf diese Frage zu finden. Kennen Sie die aktuellen Fakten zur Luftqualität in Herrenberg? Im Rahmen der Diskussionen zur Modellstadt haben wir von der CDU-Fraktion uns intensiv mit der Luftqualität in Herrenberg beschäftigt. Im öffentlichen Fokus stehen die Feinstaub-Belastung (PM) und die Stickoxid-Konzentration (NOx). Die höchste Belastung in Herrenberg haben die Bundesstraßen im Umkreis von wenigen hundert Metern rund um den Reinhold-Schick-Platz. Deshalb wurde von der zuständigen Behörde, dem Regierungspräsidium, im Bereich der Kreuzung Hindenburgstraße/ Moltkestraße ein Messpunkt errichtet. Die Ergebnisse sind für alle im Internet unter www.lubw.de einsehbar.

Den Feinstaubalarm in Stuttgart erleben wir regelmäßig in den Wintermonaten. In Herrenberg hatten wir letztmalig in 2006 eine Überschreitung der sogenannten PM10-Werte. Seither gibt es keinerlei Verletzung der Grenzwerte. In 2012 wurden sogar die Messungen dazu eingestellt. Auch der 2015 neu eingeführte Grenzwert PM2,5 für noch kleinere Partikel scheint nach Abschätzung der Experten kein Problem zu sein. Es gibt jedoch in Herrenberg keine Messungen dazu, sondern nur eine Abschätzung. Herrenberg hat kein Feinstaubproblem. Es droht auch kein Feinstaubalarm. Der Dieselpartikelfilter im Auto und im LKW wirkt.

Etwas anders sieht es bei der Stickoxid-Belastung aus. Hier besteht seit 2010 ein Grenzwert von 40µg/m3. Spätestens 2015 musste diese Vorgabe erreicht werden. Das hat Herrenberg nicht erreicht. Zwar haben sich die Messwerte von 66 µg in 2006 über 52 µg in 2015 auf 47 µg in 2017 kontinuierlich reduziert. Das reicht aber noch nicht. Auf einer Länge von 290 m werden in der Hindenburgstraße die Grenzwerte überschritten. Unsere Hausaufgaben haben wir hier noch nicht vollständig erledigt. Experten schätzen jedoch, dass allein durch die Erneuerung des Fahrzeugbestandes vermutlich in 2019 das NOx Ziel erreicht wird. Die vieldiskutierten und doch funktionierenden Software-updates unterstützen das Ganze.

Aktivität oder Aktionismus? Die Antwort ist eindeutig. Aktionismus! Bevor die Maßnahmen aus dem Green Plan, IMEP oder der Modellstadt greifen, haben wir eh die gewünschte saubere Luft. Trotzdem hat die CDU-Fraktion sich dafür ausgesprochen, weiter an der Verbesserung der Mobilität zu arbeiten. In der Rush-Hour haben wir schlicht und ergreifend zu viele Fahrzeuge auf der Straße. Unter den Staus um den Reinhold-Schick-Platz leiden alle. Auch eine komplette Umstellung auf Elektromobilität ändert daran nichts. Die E-Fahrzeuge benötigen genauso Platz. Das Bedürfnis der Bürger auf individuelle Mobilität wächst auch weiter. Die CDU setzt auch weiterhin auf den motorisierten, emissionsarmen Individualverkehr, auf einen attraktiveren ÖPNV und Radverkehr. Der Verkehrsfluss soll durch intelligente, digitale Verkehrsführung und Ampelschaltungen und variable Geschwindigkeiten verbessert werden. Davon profitieren wir alle. Wir wehren uns gegen eine ideologisch geprägte Gängelung des Autoverkehrs. Konstantes Tempo 30 auf den Durchgangsstraßen, die Poller im Alzental und bewusstes Ausbremen durch Ampelschaltungen sind dafür negative Beispiele.

Ich hoffe, das objektive aufzeigen der Fakten uns hilft die Situation in Herrenberg richtig und ohne falsche Hysterie einzuschätzen.

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