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Erdaushubtransporte Stuttgart 21: Beeinträchtigung von Weil der Stadt noch offen

In Weil der Stadt besteht derzeit die Sorge, dass die Kommune im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 von erheblichen Erdaushubtransporten in Richtung Calw betroffen sein könnte. Befürchtet wird eine Beschädigung der als Transportroute in Frage kommenden Südumfahrung. Als Baulastträger müsste Weil der Stadt gegebenenfalls die Kosten für notwendige Reparaturen dieses kommunalen Straßenzugs übernehmen.

Wie die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz auf Anfrage vom baden-württembergischen Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr erfahren hat, soll die Entsorgung des im Rahmen von Stuttgart 21 anfallenden Aushubs überwiegend per Bahn erfolgen. Zu welchen Orten und auf welchen Wegen der Erdaushub tatsächlich transportiert werden wird, stehe bisher jedoch noch nicht fest. „Die Deutsche Bahn als Bauherrin führt momentan eine europaweite Ausschreibung durch“, erläutert Sabine Kurtz. Ob es überhaupt Transporte von Stuttgart nach Calw zur Deponie Fuchsklinge geben werde und wenn ja, ob diese über Schiene oder Straße abgewickelt würden, werde davon abhängen, welcher Auftragnehmer im Rahmen der Ausschreibung zum Zuge komme. Mit einer Entscheidung sei im Herbst 2010 zu rechnen.

Unabhängig von Stuttgart 21 sei eine Sanierung der Deponie Fuchsklinge aufgrund des Bundes-Bodenschutzgesetzes auf jeden Fall erforderlich. „Dort müssen erhebliche Mengen von Erdmaterial verfüllt werden, um Böschungsrutschungen zu vermeiden und eine Sanierung des Tälesbaches zu ermöglichen“, erfuhr die Leonberger Landtagsabgeordnete aus dem Ministerium. Die Maßnahme diene dem Schutz der Umwelt und der Sicherheit der Menschen im Calwer Stadtteil Hirsau. „Ob das Material zur Sanierung der Deponie Fuchsklinge allerdings überhaupt aus dem Aushub von Stuttgart 21 stammen wird und – falls ja – wie dieses transportiert werden soll, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch völlig offen“, erklärt Sabine Kurtz.

Die CDU-Landtagsabgeordnete plädiert dafür, das sensible Thema Stuttgart 21 nicht mit unbestätigten Annahmen und Spekulationen weiter emotional aufzuladen. Sie habe sich am Rande der Bundesversammlung in Berlin in der vergangenen Woche mit dem Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm, Wolfgang Drexler MdL, ausgetauscht. Auch er empfehle, Ruhe zu bewahren und verweise darauf, dass die entscheidenden Weichen im Hinblick auf die Auftragsvergabe bei der DB gestellt würden.

In einem Brief hat Sabine Kurtz den Weiler Bürgermeister Hans-Josef Straub über den aktuellen Sachstand informiert und ihm eine Kontaktaufnahme mit Wolfgang Drexler MdL vorgeschlagen. „Ich bin gerne bereit, einen Termin zwischen den beiden SPD-Vertretern zu vermitteln“, so die Leonberger Landtagsabgeordnete. Sie versichert, die Angelegenheit weiter aufmerksam zu beobachten, denn sie „nehme die Sorgen der Weil der Städter ernst.“
 
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