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Sabine Kurtz bei Häcker Fliesen und Naturstein GmbH in Weissach

„Fehlen der Meisterpflicht macht sich schmerzlich bemerkbar“

„Dass sich in unserem Gewerbe jeder ohne Qualifikationsnachweis selbständig machen kann, stellt für uns ein großes Problem dar", beklagte Klaus Häcker, Geschäftsführer der Häcker Fliesen und Naturstein GmbH in Weissach-Flacht, bei einem Besuch der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz und von Oliver Zander, Kreisvorsitzender der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT). Organisiert hatte den Termin Reinhardt Kern vom CDU-Gemeindeverband Weissach-Flacht.

Nach dem Wegfall des Meisterzwangs für 53 Berufe, darunter auch die Fliesenleger, unter der grün-roten Bundesregierung 2004 habe sich im Fliesenlegerhandwerk ein europaweites Subunternehmernetzwerk gebildet, das den ortsgebundenen, mittelständischen Unternehmern nicht selten die Aufträge wegnehme. Auf den Baustellen seien häufig Fliesenleger tätig, die kein Deutsch verstünden, keine genauen Berufskenntnisse hätten, auf 400-Euro-Basis angestellt seien und darüber hinaus schwarz bezahlt würden. „Große Auftraggeber schauen leider oft nur nach dem Preis“, erklärte Klaus Häcker, der die 1961 gegründete Firma gemeinsam mit Schwester Renate Kilpper und Schwager Gerhard Kilpper von seinem Vater übernommen hat. „Wenn dann nach Abschluss der Arbeiten Mängel auftauchen, dürfen die örtlichen Gewerbetreibenden zum Ausbessern kommen.“

Oliver Zander stimmte dem Unternehmer zu. „Durch die Abschaffung der Meisterpflicht hat das Niveau im Handwerk insgesamt abgenommen“, so der MIT-Kreisvorsitzende. Die CDU-Mittelstandsvereinigung spreche sich deshalb für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht für alle Handwerksberufe aus, soweit dies verfassungs- und europarechtlich möglich sei.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darin, dass die duale Ausbildung attraktiver gemacht werden muss. Sabine Kurtz begrüßte, dass die grün-schwarze Landesregierung sich in ihrer Koalitionsvereinbarung für eine Stärkung der dualen Ausbildung ausgesprochen hat. „Unser Ausbildungsmodell, das international als vorbildlich gilt, muss wieder eine größere gesellschaftliche Wertschätzung erfahren“, forderte die CDU-Landtagsabgeordnete.

Klaus Häcker betonte in diesem Zusammenhang, dass auch eine möglichst gute Bildungsdurchlässigkeit zwischen dualer und akademischer Ausbildung wichtig sei. Dies betreffe sowohl Studienaussteiger, die ins Handwerk wechseln wollen, als auch Handwerker, die akademische Abschlüsse anstreben. „Wir brauchen neben handwerklich ausgebildeten Beschäftigten auch Mitarbeiter, die ein Hochschulstudium absolviert haben“, so der studierte Diplomingenieur.

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